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 Das Grüne Brett 2
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 Eine Menge Fragen 22.05.2002 (19:15) Miriam
Hallo, alle! Ich habe eine Menge Fragen, wer kann mir helfen?
Habe vor ein paar Wochen eine sehr schöne Dracea marginalis gekauft, ca. 1m, altes Gehölz. Soll ich sie (im Tontopf) von oben oder lieber von unten gießen? Man kann erkennen, daß die Wurzeln mit Folie umwickelt sind. Sie hat ein paar braune Blattspitzen, gedeiht bei mir aber prima. Soll ich die Folie trotzdem entfernen?Bei meiner (ebenfalls neuen) Zamiculca (Westfenster) habe ich ein paar dunkelbraune Flecke auf den Stengeln entdeckt. Was bedeutet das?
Meine 80 cm hohe Schusterpalme (ich habe sie seit über 2 Jahren) wächst bei mir überhaupt nicht weitr. Sonst sieht sie gut aus.
Auch vor ein paar Wochen gekauft: einen großen Ficus  binnendijkii alii mit lanzettartigen Blättern. Mit Ficus hatte ich bisher so meine Probleme, Blattfall, Schädlinge etc., daher steht dieser hier jetzt im Schlafzimmer (das ich im Winter weniger heize) am Westfenster. Sollte er gesprüht werden? Ich habe ein wenig Bedenken, ob er sich mit dem Elefantenfuß daneben verträgt, vor allem, falls der Ficus bei mir Schädlinge bekommen sollte. Besser auseinander stellen?
Der Elefantenfuß sieht prächtig aus, ca. 90 cm hoch, sehr gedrungen. Nur werden die äußersten Blattspitzen alle ziemlich schnell braun. Woran liegt das – ich hatte im Schlafzimmer ja kaum geheizt – und was kann ich ihm Gutes tun? Soll man Elefantenfüße sprühen, nein, oder?
Jetzt kommt mein Sorgenkind: Eine Fatsia japonica mit drei Stämmen (der größte 1 m hoch), die seit 2 Monaten bei mir wohnt. Nachträglich habe ich viele „angefressene“ Blätter bei ihr entdeckt, sowie die Spinnmilbe. Leider habe ich erst vor ein paar Tagen wirklich Maßnahmen ergriffen, die Blätter abgewaschen und die ganze Pflanze kräftig abgeduscht, und ich sprühe jetzt fast täglich mit abgekochtem Wasser. Die stark befallenen Blätter habe ich abgeschnitten, sehr dicht am Stamm, bei einem Stamm leider auch ganz oben die Spitze. War das richtig? Bekommt sie da möglicherweise neue Blätter? Was kann ich noch für sie tun?
Zweites Sorgenkind: Eine Ingwer- oder Kardamompflanze (?, mehrere bis 80 cm hohe „Halme“, schlanke Blätter, mittelgrün mit ganz leicht pelzigen Rändern). Sie wurde mir vor 2-3 Monaten als „Zimtpflanze“ verkauft, die Blätter duften ganz herrlich (etwas zimtig), wenn man sie zwischen den Fingern reibt. Leider war sie beim Kauf zu lange im Auto in der prallen Sonne und bekam ein paar verbrannte Blattränder. Seitdem rollen sich so nach und nach die untersten Blätter ein, werden gelb und sterben ab, und vor allem: oben an den restlichen Stengeln kommen keine neuen Blätter!! Ich habe verschiedene Standorte ausprobiert: zuerst mitten im Wohnzimmer (hell, Ost- und Westfenster), dann direkt am Fenster (das fand sie glaube ich nicht toll), dann etwa zwei Meter davon weg. Was ist los mit der Pflanze? Immernoch der Transportschock? Oder hatte sie Wasserstau durch zu engen Übertopf? Haßt sie Zugluft? Hat sie etwa auch Spinnmilben?? Sehen kann ich nichts. Bisher hatte ich sie mit normalem (ziemlich hartem) Leitungswasser gegossen. Seit ein paar Tagen gieße ich mit destilliertem Wasser und sprühe auch. Aber ich glaube, das reicht nicht. Was kann ich noch für mein schönes Pflänzchen tun? Sollte ich sie vielleicht mal „eintüten“??
Könnte demnächst günstig einen großen Baumfarn (Dicksonia squarrosa) übernehmen. Mit welchen von meinen Pflanzen verträgt der sich wohl? Besser ins Wohn- oder ins Schlafzimmer stellen??
Herzlichen Dank für jede Antwort!
 Re: Eine Menge Fragen 23.05.2002 (13:31) join
Hallo Miriam,
ich glaube, das ist zu viel auf einmal so das es wohl die wenigsten wirklich ganz durchlesen.
Mach lieber ein bar kleine Themen draus.
Auch ích hab nicht alles gelesen. Den Elefandenfuß solltest du aber wohl etwas heller stellen und nicht zu feucht halten. Eisprühen kannst du ihn (glaube ich) schon. Er sollte aber erst in den Abendstunden und nicht am Morgen besprüht werden.=>Grund: Die Wassertropfen wirken bei Sonneneinstrahlung wie viele kleine Brennlinsen.
Grüße
Join.
> Habe vor ein paar Wochen eine sehr schöne Dracea
> marginalis gekauft, ca. 1m, altes Gehölz. Soll ich sie
> (im Tontopf) von oben oder lieber von unten gießen? Man
> kann erkennen, daß die Wurzeln mit Folie umwickelt sind.
> Sie hat ein paar braune Blattspitzen, gedeiht bei mir
> aber prima. Soll ich die Folie trotzdem entfernen?

Sofern die Folie unten offen ist (Wasserabzug!!) dran lassen, da dann die Erde durch den Tontopf nicht so schnell austrocknet und eine schädliche Anreicherung durch Kalk aus dem Leitungswasser zumindestens etwas länger dauert. Ob von oben oder unten gießen ist egal, Substrat immer nur mäßig feucht halten. Der richtige Name ist übrigens Dracaena marginalis.

> Bei
> meiner (ebenfalls neuen) Zamiculca (Westfenster) habe ich
> ein paar dunkelbraune Flecke auf den Stengeln entdeckt.
> Was bedeutet das?

Diese Pflanze ist das einzige in der großen Familie der Aronstabgewächse (!), das orchideenähnlich regelmäßig einmal im Jahr die Blätter abwirft, so dass nur noch die Bulben (verdickte Blattansätze) übrigbleiben. Der Neuaustrieb erfolgt dann im Herbst/Winter. Das Braunwerden kann auch auf eine mechanische Beschädigung hindeuten (Transport...) und sollte zunächst nicht weiter beunruhigen.

> Meine 80 cm hohe Schusterpalme (ich habe sie seit über 2
> Jahren) wächst bei mir überhaupt nicht weitr. Sonst sieht
> sie gut aus.

Die Schusterpalme ist keine Palme, sondern ein Maiglöckchengewächs (Aspidistria elatior), also mit unserem einheimischen Maiglöckchen verwandt. Diese Pflanze bildet kräftige, waagerecht im Boden kriechende Rhizome, aus denen neue Blätter gebildet werden. Einen Stamm (wie die meisten echten Palmen) bildet diese Art nicht. Der deutsche Name ist also (leider) etwas verwirrend. Sie ist übrigens winterhart (dauerhaft bis -15°C) an einem etwas geschützten, halbschattigen Standort in einem humosen, immer etwas feucht bleibenden Boden im Garten.

> Der Elefantenfuß sieht prächtig aus, ca. 90 cm hoch, sehr
> gedrungen. Nur werden die äußersten Blattspitzen alle
> ziemlich schnell braun. Woran liegt das – ich hatte
> im Schlafzimmer ja kaum geheizt – und was kann ich
> ihm Gutes tun? Soll man Elefantenfüße sprühen, nein,
> oder?

Nein, dieser ist eine Stammsukkulente (Caudexpflanze) und stammt aus Trockengebieten, die gelben Spitzen sind mehr oder minder normal. Ein Sprühen kann zu Fäulnis durch Pilzinfektionen führen. Besser ist ein Aufenthalt allemal in der Sommerfrische im Freien, damit sich die Pflanze kräftig und gedrungen entwickelt (in den ersten Tagen etwas schattieren, damit die Pflanze keinen Sonnerbrand bekommt, am besten bei längerer Bewölkung ins Freie bringen). Im Zimmer durch Lichtmangel verweilichte Pflanzen sind nun einmal etwas empfindlicher, was auch zu den braunen Blattspitzen führen kann.

> Jetzt kommt mein Sorgenkind: Eine Fatsia japonica mit
> drei Stämmen (der größte 1 m hoch), die seit 2 Monaten
> bei mir wohnt. Nachträglich habe ich viele
> „angefressene“ Blätter bei ihr entdeckt,
> sowie die Spinnmilbe. Leider habe ich erst vor ein paar
> Tagen wirklich Maßnahmen ergriffen, die Blätter
> abgewaschen und die ganze Pflanze kräftig abgeduscht, und
> ich sprühe jetzt fast täglich mit abgekochtem Wasser. Die
> stark befallenen Blätter habe ich abgeschnitten, sehr
> dicht am Stamm, bei einem Stamm leider auch ganz oben die
> Spitze. War das richtig? Bekommt sie da möglicherweise
> neue Blätter? Was kann ich noch für sie tun?

Fatsia japonica kommt in Gebieten mit hoher Luftfeuchtigkeit vor, so dass es durch die trockene Luft im Zimmer fast immer zu einem Spinnmilbenbefall kommt. Eine Anfeuchtung durch Sprühen nutzt nichts, dieses müßte jede Stunde oder noch häufiger durchgeführt werden, damit das Mikroklima um die Blätter herum langfristig und für die Pflanze spürbar verbessert wird.
Das Abschneiden schadet nicht, die Pflanze wird wieder willig (eventuell sogar mehrtriebig) durchtreiben.
Auch diese Art sollte den Sommer über im Freien (Halbschatten) stehen, damit durch die Einwirkung von nächtlichem Tau und Regen die Spinnmilben von selbst aufgeben, oder zumindestens stark reduziert werden, ansonsten wird nichts auf Dauer helfen, d.h. der Befall wird immer wieder (spätestens jedenfalls im Winter) auftreten.

> Zweites Sorgenkind: Eine Ingwer- oder Kardamompflanze (?,
> (...) Seitdem rollen sich so nach und nach die
> untersten Blätter ein, werden gelb und sterben ab, und
> vor allem: oben an den restlichen Stengeln kommen keine
> neuen Blätter!! Ich habe verschiedene Standorte
> ausprobiert: zuerst mitten im Wohnzimmer (hell, Ost- und
> Westfenster), dann direkt am Fenster (das fand sie glaube
> ich nicht toll), dann etwa zwei Meter davon weg. Was ist
> los mit der Pflanze? Immernoch der Transportschock? Oder
> hatte sie Wasserstau durch zu engen Übertopf? Haßt sie
> Zugluft? Hat sie etwa auch Spinnmilben?? Sehen kann ich
> nichts. Bisher hatte ich sie mit normalem (ziemlich
> hartem) Leitungswasser gegossen. Seit ein paar Tagen
> gieße ich mit destilliertem Wasser und sprühe auch. Aber
> ich glaube, das reicht nicht. Was kann ich noch für mein
> schönes Pflänzchen tun? Sollte ich sie vielleicht mal
> „eintüten“??

Ingwer- und Kardamonpflanzen weder bei dauerhafter Zimmerkultur gerne und dann stark von Spinnmilben befallen, eine dauerhafte Abhilfe schafft hier wie bei der Fatsia ebenfalls nur ein Sommeraufenthalt im Freien (hell aber ohne direkte Sonne!). Die Pflanzen benötigen eine hohe Luftfeuchtigkeit und noch mehr Wärme. Ein im Sommer vollsonniger Standort im trockenen Zimmer führt unweigerlich zu Blattverbrennungen. Die Heimat liegt bei den meisten Art im Strauchbereich (Halbschatten) von lichten, humosen, immer etwas feucht bleibenden Wäldern. Auch Ingwerpflanzen bilden wie Aspidistria elatior keine Stämme aus, sondern ein waagerecht im Boden kriechendes Rhizom, aus dem sich immer wieder neue Kurztriebe enwickeln, wobei die älteren nach und nach absterben. Der optimale Temperaturbereich liegt bei 20-30°C, unter 15°C (Fensterbank im Winter!) werden zunächst einmal keine Blüten angesetzt und langfristig führt dies unweigerlich zum Absterben der Pflanze. Weder Kardamon noch Ingwer sind für das Zimmer geeignete Pflanzen, auch wenn holländische Betriebe dies den (unwissenden) Privatleuten vorgaukeln. Ein warmer Wintergarten ist das Minimum für einen guten Kulturerfolg. Übrigens gibt es in jedem gut sortierten Asia-Markt Rhizome von Curcuma, die einen wesentlich dekorativeren Blütenstand als dem eher unauffälligen von Kardamon ausbildet, und auch -zumindestens etwas- pflegeleichter ist. Ein gelbes, blühfähiges Rhizom von knapp 5cm kostet nicht mehr als 40 Cent. Die Holländer (und dementsprechend die deutschen Gartencenter) verkaufen die sich daraus entwicklenden Pflanzen für knapp 15,00 Euro (und mehr) pro Dreier-Tuff im Topf, was bei der Gewinnspanne ein Wucherpreis ist! Also auf in den nächsten Asia-Markt und einfach nach Curcuma fragen.

> Könnte demnächst günstig einen großen Baumfarn (Dicksonia
> squarrosa) übernehmen. Mit welchen von meinen Pflanzen
> verträgt der sich wohl? Besser ins Wohn- oder ins
> Schlafzimmer stellen??

Verträgt sich mit jeder Pflanze, allerdings nicht mit dem Standort im Zimmer. Dort werden durch Lufttrockenheit nach und nach alle Wedel vergilben, den Rest übernehmen dann die unweigerlich ebenfalls auftretenden Spinnmilben. Bedingt durch seine Frosthärte (kurzfristig bis -10°C) ist ein schattiger, luftfeuchter Standort im (ungeheizten) Wintergarten der mindestens zu gewährende Standort. Ein Versuch der Kultur im Zimmer ist leider verlorenenes Geld, aslo besser nicht übernehmen, sofern Sie über keinen Wintergarten oder vergleichbares besitzen.

Viele Grüße und Erfolg

Bjoern Malkmus
Dipl.rer.oec.
http://www.rareplants.de
http://www.europlants.de


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